Die Klasse 7b des Schulverbundes Oberes Filstal berichtet vom Besuch der Jugendarrestanstalt (JAA) in Göppingen.
Bereits Ende April hat die Klasse 7b des Schulverbunds Oberes Filstal die Jugendarrestanstalt (JAA) Göppingen besucht. Wir bekamen eine Ausnahmegenehmigung, denn wir hatten persönlichen Kontakt zu einem Mitarbeiter. Um 9 Uhr ging es los, davor haben wir unsere Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt.
Daniel Heinrich, Justizvollzugsbeamter in der Einrichtung, hat die erste Gruppe hereingeführt, aber wir mussten unsere Wertsachen, wie zum Beispiel unsere Handys, in einen sicheren Raum bringen. Als Erstes sind wir in den Durchsuchungsraum gegangen. Herr Heinrich hat uns erklärt, dass in diesem Raum die Jugendlichen nach deren Ankunft durchsucht werden und die Zimmerutensilien bekommen, dazu gehören unter anderem eine Uhr, Bettwäsche und ein Handtuch.
Als Zweites sind wir in das Krankenzimmer gegangen. Dort haben wir gelernt, dass jede Woche einmal der Arzt kommt, um die Arrestanten zu untersuchen. Danach sind wir in den sogenannten
Bunker gegangen. Das ist ein etwas größerer Raum, wo die Jugendlichen sich beruhigen können, wenn sie sich in einem psychischen Ausnahmezustand befinden. Der Vollzugsbeamte hat uns danach in die Werkstatt geführt – das war wie im Technikunterricht. Dort können die Jugendlichen etwas lernen. In der Werkstatt haben wir ein kleines Experiment durchgeführt, mit Metalldetektoren – Geräte, die vibrieren oder piepsen, wenn Metall vorhanden ist – haben wir uns
gegenseitig durchsucht. Danach haben wir den Essensraum angeschaut. Vor dem Essensraum gibt es zwei große Trinkstationen mit Tee und mit stillem Wasser, keinen Luxus. Gegenüber gibt es ein schwarzes Brett mit verschiedenen Aktivitäten der Woche, wie Yoga und anderen Sport.
Dann haben wir die verschiedenen Arresträume besichtigt. Die Erste hatte zwei Betten. Dort ist uns aufgefallen, dass die Fenster eher weiß sind und man nicht durchgucken kann. Wir fanden es
eine erdrückende Situation. Danach haben wir eine Einzelzelle mit einem Bett angeschaut, dort war das Fenster normal durchsichtig. Man kann dort bestimmt gut darüber nachdenken, was man
angestellt hat. Aber bei allen Fenstern sind Gitter vorhanden.
Unser letzter Raum war die Dusche. Dort hat uns Herr Heinrich darauf hingewiesen, dass es keine
Armaturen gibt, um die Gradzahl einzustellen. Die Insassen haben wenige Minuten Zeit zum Duschen, dann geht das Wasser aus, alles aus Sicherheitsgründen. Es heißt, schnell fertig zu werden und keinen Unfug zu machen. Wer zu lange braucht, hat Shampoo im Haar. Alles ist sehr streng geregelt, ohne Sonderwünsche. Wer hier landet, hat nichts zu lachen. Es gibt noch einen kleinen Außenbereich, den Hof, mit einem kleinen Fußballfeld und einer Außenbahn, auf der die Jugendlichen ihre Runden gehen können. Eine große Mauer und Zäune sichern diesen Bereich.
Es hat uns sehr viel Spaß gemacht dort gewesen zu sein, und etwas über den Alltag der Arrestanten zu lernen. Es muss wirklich schlimm sein, wenn man als Jugendlicher dort sein muss, weil man mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist.

Anna H., Mara S.